PKV-Forum 2011 - Diskussionen auf höchstem Niveau

1.200 Teilnehmer, darunter 1.000 Vermittler, ein amtierender Bundesgesundheitsminister als Gast, fesselnde Podiumsdiskussionen, attraktive neue Produkte und die erneute Auszeichnung mit dem BVK-Siegel samt Spitzenbewertung – das 11. Continentale PKV-Forum im Kölner Gürzenich war ein voller Erfolg.

Es war eine ganz besondere Premiere, die die 1.200 Besucher des 11. Continentale PKV-Forums in Köln erlebten: Erstmals war bei der Informationsveranstaltung für KV-Vermittler ein amtierender Bundesgesundheitsminister zu Gast. Entsprechend gespannt waren die Teilnehmer auf dessen Eröffnungsrede - und sie wurden nicht enttäuscht.

Eigenverantwortung und Solidarität

Eloquent und überaus fachkundig äußerte sich Daniel Bahr zunächst zu dem Spannungsfeld, in dem der als Bundesgesundheitsminister stehe: "Es ist immer ein Spagat zwischen dem, was der Patient möchte und dem, was der Beitragszahler zahlen will." Da es sich dabei um ein und dieselbe Person handele, die gleichzeitig nach innovativer Behandlung und bezahlbaren Beiträgen oder Rechnungen strebe, stelle sich ihm eine ganz zentrale Frage: "Wie viel Eigenverantwortung können wir den Menschen zutrauen und von ihnen verlangen - und wie viel Solidarität braucht es, um sie nicht allein zu lassen?"

Sein Fazit: Eigenverantwortung und Solidarität seien kein Gegensatz, denn die Solidargemeinschaft funktioniere nur, wenn sie nicht überbeansprucht werde. In diesem Zusammenhang sprach er sich deutlich für den Erhalt der Dualität von GKV und PKV aus, denn so sei für die Menschen Wahlfreiheit im Sinne von Eigenverantwortung gegeben. Entsprechend forderte er auch einen fairen Wettbewerb. Bahr unterstrich aber auch, dass beide Systeme weiter an sich arbeiten müssten. "Wir haben aber beispielsweise schon bei Gesprächen zum Thema Beitragsschulden von Arbeitslosen gesehen, dass wir hier gute Lösungen mit der PKV finden."

Das Thema "Dualität von GKV und PKV" machte auch Continentale-Vorstandsvorsitzender Rolf Bauer zum Thema. Zur Einstimmung auf die erste Podiumsdiskussion beschäftigte er sich in seiner Rede grundlegend und umfassend mit der aktuellen Situation der PKV. Seine Hauptthese: "Wir benötigen zur nachhaltigen Sicherung unseres einzigartig guten Gesundheitssystems sowohl eine starke und gesunde GKV als auch eine ebenso aufgestellte PKV."

Mehr Offenheit und Transparenz

Während die Existenz der GKV jedoch politisch gewollt sei, betrachtete Bauer die Situation der PKV mit Sorge. So seien nur zwei Szenarien in der aktuellen Diskussion: Entweder die völlige Abschaffung samt Aufgehens in der Bürgerversicherung oder die Reduzierung der PKV auf „einen Zusatzversicherer für Wellnessangebote“. Die Beibehaltung der Dualität werde hingegen politisch kaum noch diskutiert.

Die Gründe dafür, so Bauer, lägen erstens in den finanziellen Schwierigkeiten der GKV auf der Einnahmeseite, die sich durch die Einvernahme der PKV mildern ließen. Zum zweiten müssten Politiker bei Reformvorhaben aktuell immer auf PKV-Besonderheiten Rücksicht nehmen. Schwer wöge jedoch drittens auch die Tatsache, dass es in Bezug auf die PKV viel Unverständnis und auch Vorurteile gebe. Hier forderte er mehr Offenheit, Transparenz und Selbstbewusstsein der Branche, denn vieles ließe sich widerlegen. So sei die Dualität beispielsweise bei weitem nicht Grund für eine Zwei-Klassen-Medizin, sondern verhindere sie durch die gemeinschaftliche Nutzung und Finanzierung aller medizinischer Einrichtungen sogar. Auch die Argumentation zum Beispiel gegen sogenannte „Billigtarife“, den Vorwurf der Rosinenpickerei oder die Missverständnisse rund um die Beitragssteigerungen in der PKV - im Vergleich mit vermeintlich stabilen Beiträgen in der GKV - erläuterte und widerlegte er.

Allerdings: Bauer machte kein Hehl daraus, dass es auch hausgemachte Probleme gebe. So kritisierte er nachdrücklich bestimmte Umdeckungspraktiken innerhalb der PKV, die von Provisionsinteressen einiger schwarzer Schafe in der Vermittlerbranche motiviert seien. Sein Appell an die Teilnehmer: "Hier sind wir alle gefordert, nach Maßnahmen zu suchen, die solche Ausuferungen beseitigen."

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