PKV-Forum 2012 - Diskussionen stärken Vertrauen in die PKV

Mit dem äußerst informativen und amüsanten Eröffnungsvortrag des Gesundheitsökonomen Prof. Dr. Uwe E. Reinhardt starteten die mehr als 1.000 Besucher in das 12. Continentale PKV-Forum. Die folgenden fesselnden Podiumsdiskussionen mit hochkarätigen Experten sorgten wieder einmal für eine erfolgreiche Veranstaltung.

Bild: Das Publikum beim PKV-Forum 2012

Mit gestärktem Vertrauen in die PKV gingen die mehr als 1.000 Besucher des 12. Continentale PKV-Forums nach einem Tag mit informativen und amüsanten Vorträgen, lebhaften Podiumsdiskussionen und hochkarätigen, internationalen Experten nach Hause. Selbstverständlich hatten die Vermittler auch in diesem Jahr die Gelegenheit, sich miteinander auszutauschen und sich auf dem Infomarkt über Angebote der Continentale zu informieren.

Zu Veranstaltungsbeginn begrüßte der neue Vorstandsvorsitzende der Continentale Helmut Posch die Gäste im Kölner Gürzenich besonders herzlich. „Im vorigen Jahr war ich ja bereits als Gast hier, und ich muss Ihnen gestehen: Ich war sehr beeindruckt. Zumal ich die Continentale schon immer heimlich um ihr PKV-Forum beneidet habe“, gab Posch offen zu. "Eine neutrale Veranstaltung, bei der mehr als 1.000 Vermittler werbefrei Informationen von den Top-Experten des deutschen Gesundheitswesens erhalten - das war eine geniale Idee. Das PKV-Forum ist ein herausragendes Instrument für die PKV insgesamt, ganz besonders aber für den Continentale Versicherungs verbund im Interesse aller Vermittler."

Berater verschiedener US-Präsidenten

In besonderer Erinnerung wird den Besuchern sicherlich der äußerst fundierte und amerikanischlockere Eröffnungsvortrag des renommierten Gesundheitsökonomen Prof. Dr. Uwe E. Reinhardt bleiben. Der gebürtige Deutsche, der bereits seit vielen Jahren in den USA lebt und an der Princeton-Universität lehrt, war unter anderem bereits gesundheitspolitischer Berater für verschiedene US-Präsidenten. Er ist darüber hinaus einer der führenden Experten für Gesundheitforschung im amerikanischen und europäischen Raum.

"Das amerikanische Gesundheitssystem ist wie ein Pac-Man, der alles auffrisst", erläuterte Prof. Reinhardt. Immerhin verschlänge es schon jetzt 18 Prozent des Bruttosozialprodukts (BSP), Tendenz rasch steigend. Zum Vergleich: In Deutschland fließen nur 11 Prozent des BSP ins Gesundheitssystem. Und das bei einer wesentlich älteren Bevölkerung. "Dabei gehen die Amerikaner seltener zum Arzt, nehmen weniger Pillen und haben weniger Krankheitstage. Nur der Preis ist für alles ungleich höher", so Prof. Reinhardt. So koste etwa eine Magnetresonanzangiographie(MRA) in Deutschland 600 Dollar, in den USA würden dafür bis zu 2.500 Dollar fällig.

Video: Auschnitt aus der Rede von Prof. Dr. Uwe E. Reinhardt

Er beklagte, dass die horrenden Preise dazu führten, dass Familien regelmäßig bankrott gingen, weil sie ihre Krankenhaus- und Arztrechnungen nicht bezahlen könnten. "In Deutschland wäre das ein Skandal!", so die deutlichen Worte des Redners. Denn vor allem den mehr als 17 Millionen Nicht- Versicherten in den USA würden die höchsten Preise abgeknöpft. "Sie haben überhaupt keine Lobby", sagte Prof. Reinhardt. Dies gelte auch für die mehr als 2.500 Krankenversicherer in den Vereinigten Staaten. Denn auch hier würde jedes einzelne Unternehmen Verhandlungen mit den Anbietern im Gesundheitsmarkt führen müssen. Prof. Reinhardt: "Die Versicherer können gar keine Marktkraft aufbauen." Dies sei in Deutschland über Gebührenordnungen vorbildhaft gelöst.

Video: Auschnitt aus der Rede von Prof. Dr. Uwe E. Reinhardt

Ohne sozial-ethische Basis geht nichts

Ein weiteres großes Problem der USA sei, neben dem Mischmasch verschiedener Versicherungs- und Versorgungssysteme, dass es keine sozial-ethische Grundlage gebe, die aber unverzichtbar für ein gutes Gesundheitssystem sei. Deshalb seien Reformen fast unmöglich. "In Europa gibt es eine solche Grund lage." In Deutschland folge das Gesundheitswesen den Maximen der Solidarität und der Subsidiarität, also der Selbstbestimmung und Eigenverantwortung des Einzelnen. Mit dem dualen System in Deutschland hätten die Menschen die Möglichkeit, diese Grundsätze auszuleben, ohne dass die Ärmsten auf der Strecke blieben. "Auch deshalb ist das deutsche Gesundheitssystem empfehlenswert", so das Fazit von Prof. Reinhardt, mit dem er auf die erste Podiumsdiskussion zum Thema "Das deutsche duale Gesundheitssystem - beispielhaft für Andere!?" einstimmte.

Weitere Artikel zum PKV-Forum 2012: