PKV-Forum 2008: "Die PKV wird es immer geben"

Zum achten Mal lud die Continentale Vermittler zu einem Meinungsaustausch führender Experten des Gesundheitssystems ein. Rund 1.200 Besucher kamen und erhielten Antworten auf ihre Fragen rund um die Gesundheitsreform und ihre Auswirkungen.

Michael Opoczynski, bekannt als Leiter der Verbrauchersendung "WISO" und Moderator des achten Continentale PKV-Forums, kam sofort auf den Punkt: "Die Erwartungen sind hoch. Alle hier wollen wissen, wie sie künftig ihre Kunden ansprechen sollen." Mit dieser Begrüßung traf er den Nerv der 1.200 Vermittler, die beim achten Continentale PKV-Forum in Köln mehr denn je nach Antworten auf die Fragen suchten, die die Gesundheitsreform aufgeworfen hat und weiter aufwirft.

Großer Informationsbedarf

Auch kurz vor Inkrafttreten der wesentlichen Kernelemente der Gesundheitsreform ist die Verunsicherung der auf die Krankenversicherung spezialisierten Vermittler offenbar groß: Noch mehr Makler und Ausschließlichkeitsvertriebspartner als im Vorjahr nutzten die Gelegenheit, sich in der mittlerweile größten neutralen Informationsveranstaltung der Branche mit namhaften Experten aus Wissenschaft, Verbänden und Unternehmen sowie Vertretern der Vermittler über Veränderungen des kommenden Jahres auszutauschen. Entsprechend standen beim PKV-Forum die zentralen Neuerungen, die ab dem 1. Januar 2009 auf Branche und Kunden zukommen, im Mittelpunkt: Wechselrecht für Bestandsversicherte, Basistarif oder neue PKV-Welt 2009. Dies waren auch Themen, zu denen sich die Besucher an den Ständen der Continentale informieren konnten. Wie groß der Wissenshunger war, zeigte sich auch an der Resonanz auf das von der Continentale erarbeitete Informationsmaterial: Das neue "Handbuch zur Gesundheitsreform", das jedem Vermittler zur Verfügung gestellt wurde, fand ebenso reißenden Absatz wie die Expertenbroschüre zur GKV und die aktuelle Continentale-Studie 2008, die sich schwerpunktmäßig mit der Sicht der Privatversicherten auf Wechselrecht und Basistarif beschäftigte.

Die nächste Reform kommt bestimmt

Besonders groß war jedoch das Interesse an den beiden Podiumsdiskussionen, die auch in diesem Jahr die Höhepunkte des PKV-Forums waren. So stand der Vormittag unter der überschrift "Das deutsche Gesundheitswesen - Eigenverantwortung oder staatliche Lenkung?". Die Meinung der Besucher und der Experten zu diesem Thema fasste Vorstandsvorsitzender Rolf Bauer schon in seiner Eröffnungsrede unter viel Beifall zusammen: "Das Wettbewerbsschwächungsgesetz hat keines der Probleme, mit denen wir uns im deutschen Gesundheitswesen auseinandersetzen müssen, gelöst." Die Reform begegne nicht den finanziellen Belastungen durch die immer älter werdende Bevölkerung und den medizinischen Fortschritt. Es sei deshalb schon jetzt klar, dass Deutschland wieder vor einer Gesundheitsreform stehe - und zwar nicht vor der aktuellen Reform, die, so Bauer, "zum 1. Januar ihrer Umsetzung entgegen rumpelt". Sondern vor der Reform, die nach der nächsten Bundestagswahl unweigerlich kommen werde.

"Reform ist ein Desaster"

Entsprechend wurde auf dem Podium zwei Stunden lang nicht an Kritik und deutlichen Worten gespart: "Die Reform ist ein Desaster", so die Einschätzung von Dr. Rainer Gerding. Der Geschäftsführer des Wirtschaftrates der CDU e. V. ging an diesem Punkt sogar so weit, sich von seiner Partei zu distanzieren. Ein Umstand, der besonders Daniel Bahr freute. Denn der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion brachte die Diskussion immer wieder auf den unerfreulichen Boden der politischen Tatsachen zurück: "Die PKV hat zwar die deutlich besseren Antworten auf die Zukunftsprobleme des Gesundheitswesens. Aber sie ist politischen Entscheidungen unterworfen und hat bei einer linken Bundesregierung keine Zukunft." Neben diesen grundsätzlichen Betrachtungen der - so der Konsens des Podiums - völlig verfehlten Reform, gab es auch einen ganz handfesten Appell der Experten in Richtung Vermittler: Mit dem Basistarif dürfe keinerlei Wettbewerb getrieben werden. Ihn zu nutzen, um Bestandsversicherte abzuwerben, wäre vielleicht für den einen oder anderen Vermittler kurzfristig von Vorteil - langfristig aber sehr schädlich, so die einhellige Meinung der Wissenschaftler, Politiker und Unternehmensvertreter. Dass der Versicherungsvermittler die Möglichkeit habe, den Kunden möglicherweise zu diesem Schritt zu bewegen, war unstrittig: Gerade vor dem Hintergrund der umfangreichen Veränderungen, vor denen auch die gesetzliche Krankenversicherung stehe, werde der Beratungsbedarf der Bürger noch weiter steigen.

"Handwerklicher" Nachmittag

Wie diese Beratung denn nun aktuell aussehen solle, das war das Thema des Nachmittages. Hier stand die Diskussionsrunde unter der überschrift "Wechselrecht und neue PKV-Welt im Jahr 2009 - die Auswirkungen auf Vermittler und Kunden". Schon in seinem Eröffnungsstatement gab Vorstandsmitglied Dr. Christoph Helmich die Marschrichtung vor: "Heute Nachmittag geht es handwerklicher zu." Ein Hinweis, den Moderator Michael Opoczynski gleich humorvoll aufgriff und von den Podiumsteilnehmern forderte: "Werden Sie konkret, werden Sie handfest und verzichten Sie auf Fremdworte." Entsprechend konzentriert widmeten sich die Experten den Anliegen der täglichen Vermittlerarbeit. Zwei Punkte waren am Ende klar: Wer 2008 noch zum Wechsel in die alte PKV-Welt rät, gibt in jedem Fall den richtigen Hinweis, weil er seinem Kunden so alle Chancen sichert. Und: Gerade die unsicheren Zeiten sind ein Plus für kompetente Vermittler - denn ihre Beratung wird immer wichtiger.

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