Podiumsdiskussion Vormittag

Die private Absicherung der Pflegebedürftigkeit kommt nicht richtig in Fahrt und auch die Qualität der Pflege lässt häufig Luft nach oben. Die Ursachen wurden von unseren Experten in der Podiumsdiskussion analysiert.

Abgeschlossen wurde das Vormittagsthema mit einer Podiumsdiskussion, bei der unter anderem das mangelnde Vorsorgebewusstsein der Bevölkerung analysiert wurde. „Pflege ist in jungen Jahren schwer zu vermitteln“, so Dr. Volker Leienbach, Direktor des PKV-Verbandes. Diese These vertrat auch Continentale Vorstandsvorsitzender Dr. Christoph Helmich, der sogleich einen Erklärungsansatz lieferte: „Neben der Tatsache, dass es sich um eine reine Risikoversicherung handelt, ist die Pflege für die meisten Kunden einfach zeitlich ein sehr weit entferntes Ereignis.“ Daher, so Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des Zentrums für Qualität in der Pflege, „müsse man die Gesellschaft früher darauf vorbereiten.“

Doppelte Verdrängung verhindert Vorsorge

Neben dem zeitlichen Aspekt nannte Manfred Bauer, Vorstandsmitglied der MLP AG, eine weitere Ursache: “Es gibt Themen, zu denen man mit schönen Bildern beraten kann. Das funktioniert bei der Pflege nicht. Weder Kunden noch Vermittler nähern sich gerne dem Thema, sodass es zu einer doppelten Verdrängung kommt. Wenn man den Kunden aber anspricht und einen Impuls gibt, ist er durchaus bereit, sich damit zu befassen“, so Bauer.

„Wenn ein Pfleger zehn Menschen in einem Pflegeheim betreuen muss, dann leidet natürlich auch die Qualität.“
Samuel Koch

Qualität leidet unter Quantität

Ebenfalls diskutiert wurde die Qualität der Pflege, die „mit dem zweiten Pflegestärkungsgesetz nicht automatisch ansteigen wird“, so Sabine Jansen, Geschäftsführung der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. Doch Qualität sei immer auch ein Quantitätsproblem, sagte Samuel Koch: “Wenn ein Pfleger zehn Menschen in einem Pflegeheim betreuen muss, dann leidet natürlich auch die Qualität. Das eine bedingt das andere.“

Weiterer Wermutstropfen für beinahe alle Berufstätigen im Gesundheitswesen: Sie erfahren zu wenig Wertschätzung, was die Tätigkeit neben der zu geringen Bezahlung zusätzlich unattraktiv macht. Dr. Volker Leienbach, Direktor des PKV-Verbandes brachte das Dilemma auf den Punkt: „Wertschätzung drückt sich auch in Geld aus und davon ist nicht viel vorhanden.“