PKV-Forum 2009: Treffpunkt der Branche

Zum 9. Mal ludt die Continentale zum PKV-Forum - und wieder kamen mehr als 1.000 Besucher, um sich zu informieren. Das Continentale PKV-Forum hat sich als Branchentreff etabliert. Besonderer Gast in diesem Jahr: Altbundespräsident Dr. Richard von Weizsäcker.

Was als reine Informationsveranstaltung begann, hat sich als Treffpunkt für die gesamte PKV-Branche etabliert: Wie in den Vorjahren folgten wieder mehr als 1.000 Vermittler der Einladung zum 9. Continentale PKV-Forum. „Die große Zahl der Besucher zeigt eines ganz deutlich: Auch nach der jüngsten Gesundheitsreform ist das Interesse an der Weiterentwicklung des Gesundheitswesens ungebrochen groß", konstatierte Rolf Bauer, Vorstandsvorsitzender der Continentale, bei seiner Begrüßung im Kölner Gürzenich. Dies sei auch kein Wunder, denn: „Nach der Reform ist vor der Reform." Zwar seien jetzt die konkreten Umsetzungsprobleme des Wettbewerbsstärkungsgesetzes geklärt. „Wenn es aber um die weitere Zukunft unseres Gesundheitswesens geht, bleiben noch genug Fragen offen."

Neues Nachdenken über Solidarität

Daher waren es die grundsätzlichen Themen „Solidarität und Gerechtigkeit", die den Vormittag des PKV-Forums bestimmten. Eine erste Einstimmung auf diese Aspekte lieferte der bekannte Wirtschaftsjournalist Michael Opoczynski, der, wie schon in den Vorjahren, die beiden zentralen Podiumsdiskussionen moderierte. „Auf den Tag genau vor einem Jahr brach die amerikanische Bank ‚Lehman‘ zusammen und brachte die Welt zum Wanken", so Opoczynski. „Die finanziellen Folgen sind so groß, dass nicht nur wir dafür bezahlen, sondern auch unsere Kinder. Das wirft ein ganz neues Licht auf die Frage nach der Solidarität in unserer Gesellschaft", so der Moderator, der damit den Bogen zum prominenten Gastredner des 9. Continentale PKV-Forums schlug: Altbundespräsident Dr. Richard von Weizsäcker, der zum Thema „Solidarität und Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft" sprach.

„Aus Freiheit wächst Verantwortung"

„Die Grundwerte, um die es unvermindert geht, sind nicht allein zwei, sondern drei: Gerechtigkeit, Solidarität und Freiheit", so Dr. von Weizsäcker. Denn aus der Freiheit erwachse die Verantwortung, die in unserer Gesellschaft unverzichtbar sei. In diesem Sinne äußerte sich der Altbundespräsident dezidiert zum Begriff der Solidarität im Gesundheitswesen: „Ein System ist nicht dann sozial, wenn es alle gleich behandelt, sondern dann, wenn niemand ausgeschlossen wird."

Chancengleichheit muss Ziel sein

Nach dieser Einführung beschäftigte sich die erste Diskussionsrunde mit dem Thema „Solidarität und Gerechtigkeit - Konsequenzen für das Gesundheitssystem". Das Fazit der Runde: Bei der Entwicklung einer tragfähigen Zukunftsvision für das Gesundheitswesen muss es um Chancengleichheit gehen. „Jeder Mensch in diesem Land braucht eine angemessene Versorgung. Und jeder soll sie bekommen", brachte es Gesundheitsökonom Prof. Dr. J.-Matthias Graf von der Schulenburg auf den Punkt. Doch dafür brauche es keinen kompletten Systemumbau, wie er zurzeit immer wieder gefordert werde. Die institutionellen Rahmenbedingungen für Chancengleichheit seien grundsätzlich bereits gegeben, nur gelebt würden sie nicht.

Wunsch: Zeit für Analysen

So war auf dem Podium klar, dass eine eigentlich realistische Forderung nur ein Wunsch bleiben wird: „Eine Legislaturperiode, in der das Gesundheitssystem nicht von einer Reform belastet wird, sondern Zeit für eine wertfreie Analyse bleibt." Dass dem leider nicht so sein werde, stellte Rolf Bauer klar: „Die nächste Reform steht schon vor der Tür. Und die PKV wird weiter das Beste daraus machen."

Lebhafter Schlagabtausch

Ohne Konsens, aber geprägt von einem sehr lebhaften Schlagabtausch, schloss das Podium am Nachmittag. Unter dem Titel „Erfolgreich mit Zusatzversicherungen - auch in Zusammenarbeit mit gesetzlichen Krankenversicherungen" erläuterte Continentale-Vorstandsmitglied Dr. Christoph Helmich den Standpunkt des Verbundes. Wahltarife der GKV und Kooperationen im bisherigen Sinne fielen dabei komplett durch, was dem GKV-Vertreter Wilfried Jacobs gar nicht gefiel. Als Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg zeigte er den unbedingten Willen, alle Spielräume des Gesetzgebers so weit wie möglich auszunutzen, um seine Kasse nach vorn zu bringen. Substanzielle Kritik wies er von sich. Auch das den beratenden Vermittler einbeziehende Kooperationsmodell, das unter anderem die Continentale und die Continentale BKK praktizieren, fand bei ihm keinen Anklang.

Großes Interesse an BKK

Eine Einschätzung, die die Vermittler nicht teilten - das zeigte nicht nur die Reaktion im Saal. Auch beim Continentale-Infomarkt herrschte am Stand zum Thema Vertriebskooperation reger Andrang. Speziell das neue Exklusivangebot BKK-Start, das der Vermittler in Zusammenhang mit einer Mitgliedschaft in der Continentale BKK anbieten kann, stieß auf großes Interesse.

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